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Presse

 

 

 

Hamburger Abendblatt, 13. Dezember 2008

 

Bad Segeberg/Norderstedt
Von Lothar Kullack/lin

Drei Kunst- und Kulturpreise verleiht der Segeberger Kreistag, und alle drei Preisträger kommen aus Norderstedt: Jügen Gaedke, Katharina Hansen-Gluschitz und Andreas Boldt wurden aufgrund einer Ausschreibung mit dem Kunst- und Kulturpreis des Kreises Segeberg 2008 im Kreistag von Kreispräsident Winfried Zylka ausgezeichnet.

Der Preis sei seinerzeit entstanden, weil man festgestellt habe, dass der Kreis nicht gerade reich an Einrichtungen für Kunst und Kultur sei, sagte Zylka.

Für 2008 bestand die Aufgabe für Bildhauer, Steinmetze und Handwerker darin, "Landmarken" mit von Kiesgruben-Betrieben gestifteten Findlingen zu schaffen. Die künstlerische Umsetzung sollte den Kreis Segeberg oder seine Kommunen symbolisieren. Bewertet wurde der Entwurf. eine Realisierung behält sich der Kreis je nach Finanzlage vor. Der mit 4000 Euro dotierte Siegerentwurf von Jügen Gaedke (66) aus Norderstedt zeigt einen, aus seinem Urgestein wachsenden, blank polierten Kalkberg.

Im Original soll Gaedkes Findlingswerk 2,25 Meter hoch und 1,50 Meter breit sein. Gaedke, der zur Preisverleihung ein Modell im Maßstab von 1:5 mitbrachte, kann sich vorstellen, dass sein Kunstwerk in einer Fußgängerzone aufgestellt wird. Andreas Boldt ordnete Granitwürfel mit den Wappen von Städten und Gemeinden wie einen Totempfahl am Findling an. Katharina Hansen-Gluschitz will direkt in den Findling Wappen meißeln. Beide erhielten je 500 Euro.                                                                            

 

Hamburger Abendblatt, 13, Dezember 2008

 

Stell Dir vor, es gibt einen Preis, und kaum einer bewirbt sich...
Von Heike Linde-Lembke

Die Jury hatte leichte Arbeit, denn auf die drei ausgelobten Kunst- und Kulturpreise meldeten sich nur drei Bewerber. Da gab es nur die Qual der Wahl zwischen Platz eins, zwei, drei. Alle drei Bewerber kommen zudem aus derselben Stadt, aus Norderstedt. Jedenfalls offiziell. Denn der erste Preisträger Jürgen Gaedke hat seine Bildhauer-Werkstatt in Duvenstedt und der dritte Preisträger Andreas Boldt in Quickborn im Kreis Pinneberg.

Dabei ist die Bildhauer-Zunft im Kreis Segeberg gut vertreten, und das Preisgeld ist mit 5000 Euro auch nicht gering. Doch wer Künstlern so genau vorschreibt, womit sie sich um den Preis bewerben können, muss sich über eine geringe Beteiligung nicht wundern. Ein Findling sollte verarbeitet werden. Mit diesem Stein sollten die Künstler eine "unverwechselbare Landmarke im Kreisgebiet" schaffen. Also so eine Art "Denkmal am Wegesrand". So eine hübsche Stel(l)e als Foto-Motiv für Einheimische und Touristen. Folgerichtig ist der zweiten Preisträgerin Katharina Hansen-Gluschitz aus Norderstedt auch eingefallen, zu ihrem Findling, in dem sie Wappen meißelt, eine Bank zu stellen.

Oder sollte hinter dieser detaillierten, mit Haken und Ösen gespickten Ausschreibung die Idee stecken, über den Kunst- und Kulturpreis im wahrsten Wortsinn "Preis"-günstig "Kunst im öffentlichen Raum" zu schaffen? Das ist daneben gegangen, und zwar gründlich.                                                                            

 

 

 

 

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© 2016: Katharina Hansen-Gluschitz   

zuletzt aktualisiert am Freitag, April 28, 2017