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erster Artikel

 

Hamburger Abensblatt, 13, Dezember 2008

 

Stell Dir vor, es gibt einen Preis, und kaum einer bewirbt sich...
Von Heike Linde-Lembke

Die Jury hatte leichte Arbeit, denn auf die drei ausgelobten Kunst- und Kulturpreise meldeten sich nur drei Bewerber. Da gab es nur die Qual der Wahl zwischen Platz eins, zwei, drei. Alle drei Bewerber kommen zudem aus derselben Stadt, aus Norderstedt. Jedenfalls offiziell. Denn der erste Preisträger Jürgen Gaedke hat seine Bildhauer-Werkstatt in Duvenstedt und der dritte Preisträger Andreas Boldt in Quickborn im Kreis Pinneberg.

Dabei ist die Bildhauer-Zunft im Kreis Segeberg gut vertreten, und das Preisgeld ist mit 5000 Euro auch nicht gering. Doch wer Künstlern so genau vorschreibt, womit sie sich um den Preis bewerben können, muss sich über eine geringe Beteiligung nicht wundern. Ein Findling sollte verarbeitet werden. Mit diesem Stein sollten die Künstler eine "unverwechselbare Landmarke im Kreisgebiet" schaffen. Also so eine Art "Denkmal am Wegesrand". So eine hübsche Stel(l)e als Foto-Motiv für Einheimische und Touristen. Folgerichtig ist der zweiten Preisträgerin Katharina Hansen-Gluschitz aus Norderstedt auch eingefallen, zu ihrem Findling, in dem sie Wappen meißelt, eine Bank zu stellen.

Oder sollte hinter dieser detaillierten, mit Haken und Ösen gespickten Ausschreibung die Idee stecken, über den Kunst- und Kulturpreis im wahrsten Wortsinn "Preis"-günstig "Kunst im öffentlichen Raum" zu schaffen? Das ist daneben gegangen, und zwar gründlich.                                      

 

 

 

 

Copyright: Katharina Hansen-Gluschitz  

zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2012